• Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall kann Kinder und Erwachsene treffen. Es handelt sich um die häufigste entzündliche Haarausfall-Erkrankung. Die Ursachen sind noch nicht genau geklärt, doch wird eine Störung des Immunsystems vermutet. Für die Behandlung der Alopecia areata können verschiedene Methoden angewendet werden. In einigen Fällen wachsen die Haare nach einiger Zeit von allein wieder nach.

Was ist kreisrunder Haarausfall?

Kreisrunder Haarausfall kann bei Kindern und Erwachsenen aller Altersklassen auftreten. Die Haare fallen in kreisförmigen Arealen aus. Die kreisförmigen Stellen, an denen sich keine Haare mehr befinden, jucken nicht und zeigen keine Anzeichen von Entzündungen. Bei Alopecia areata handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung, deren Ursache noch nicht vollständig geklärt ist.

Hinter Alopecia areata kann eine schwerwiegende Erkrankung stecken. Bemerken Sie diese Form des Haarausfalls bei sich, sollten Sie möglichst frühzeitig einen Hautarzt aufsuchen. Er kann mit verschiedenen Untersuchungen feststellen, welche Erkrankung hinter Ihrem Haarausfall steckt. Die Haarausfall-Erkrankung tritt häufig zusammen mit einer Autoimmun-Erkrankung auf. Bei vielen Patienten läuft die Erkrankung schubweise ab.

Kreisrunder Haarausfall und die Symptome

Der kreisrunde Haarausfall ist eine entzündliche Hauterkrankung, die sich nur auf die behaarten Körperregionen bezieht. Die Alopezia areata beschränkt sich bei 80 Prozent der Fälle auf das Kopfhaar. Bei einigen Patienten sind auch die Augenbrauen und die Wimpern betroffen. Bei Männern kann sich die Alopecia areata auch auf den Bart ausdehnen.

Auch die Körperhaare fallen in einigen Fällen kreisförmig aus. Die Haare fallen in scharf begrenzten, kreisrunden Bezirken aus, die etwa münzgroß sind. Kreisrunder Haarausfall beginnt zumeist auf dem Hinterkopf und an den Seiten des Kopfes. Alopecia areata kann eine oder mehrere Stellen auf dem Kopf betreffen.

Der Haarausfall kann sich über den ganzen Kopf ausdehnen, sodass die einzelnen kahlen Stellen miteinander verschmelzen. In schwerwiegenden Fällen kommt es zum vollständigen Haarverlust. Schlimmstenfalls fallen innerhalb kurzer Zeit sämtliche Kopf- und Körperhaare aus. Die Stellen, an denen die Haare ausgefallen sind, jucken nicht und zeigen keine Anzeichen von Entzündungen oder Schuppung.

An den Rändern der kahlen Stellen sind die Haare zumeist kurz, da sie abbrechen. Sie haben ein dünnes, gespaltenes Ende und wenig Farbe. Bei Patienten, die bereits graue Haare aufweisen, fallen oft nur die pigmentierten Haare aus, während die grauen Haare zurückbleiben. So entsteht der Eindruck, dass der Patient innerhalb kurzer Zeit ergraut.

Kreisrunder Haarausfall kann sich bei einigen Patienten auch an den Fingernägeln äußern. Die Fingernägel können Grübchen, Rillen oder Tupfen zeigen. Kreisrunder Haarausfall verläuft völlig schmerzlos. Bei einigen Patienten wachsen die Haare wieder nach.

Diagnose der Alopecia areata

Sie sollten zum Hautarzt gehen, wenn Sie auf Ihrem Kopf kreisförmige kahle Stellen bemerken. Je eher eine Behandlung erfolgt, desto größer sind die Chancen, dass die Haare wieder nachwachsen. Anhand der kreisförmigen haarlosen Areale ist eine Diagnose der Alopecia areata relativ einfach.

Um eine andere Erkrankung, beispielsweise eine Pilzinfektion, oder bei Kindern das Ausreißen der Haare (Trichotillomanie) auszuschließen, nimmt der Arzt verschiedene Untersuchungen vor. Er untersucht die Kopfhaut, die Körperbehaarung und die Fingernägel. Die Kopfhaut wird mit einem Dermatoskop untersucht.

Der Arzt kann erkennen, wie die Poren der Haarbälge an den kahlen Stellen aussehen. Sind sie noch sichtbar, besteht Hoffnung, dass die Haare wieder nachwachsen. Der Hautarzt kann mit Ihrem Hausarzt zusammenarbeiten, um mögliche Begleiterkrankungen auszuschließen. Er wird Sie über bestehende Erkrankungen und über die Einnahme von Medikamenten befragen.

Kreisrunder Haarausfall und die Ursachen

Die Ursachen für die Alopecia areata sind noch nicht vollständig geklärt. In einigen Fällen tritt kreisrunder Haarausfall familiär gehäuft auf, weshalb eine genetische Komponente als Ursache in Betracht kommt. Mediziner vermuten als Ursache für Alopecia areata eine Fehlreaktion des körpereigenen Immunsystems.

Die Abwehrzellen bekämpfen keine gefährlichen Bakterien und Viren, sondern sie richten sich plötzlich gegen das körpereigene Haar. Sie lösen eine Entzündung an den Haarwurzeln aus. Die Haare wachsen nicht mehr richtig nach und fallen aus. Das Phänomen ist mit einer Autoimmunerkrankung vergleichbar.

Sehr häufig tritt kreisrunder Haarausfall zusammen mit einer anderen Autoimmunkrankheit wie der Weißfleckenkrankheit Vitiligo oder einer Schilddrüsenerkrankung wie dem Hashimoto-Syndrom oder Morbus Basedow auf. Auch Heuschnupfen und allergisches Asthma treten oft zusammen mit kreisrundem Haarausfall auf.

Bei Menschen mit Neurodermitis oder Down-Syndrom ist kreisrunder Haarausfall häufiger zu beobachten. Vermutet wird auch, dass schwerwiegender psychischer Stress eine Alopecia areata verursachen kann. Es gilt als sicher, dass eine Mangelernährung oder Umwelteinflüsse nicht zu kreisförmigem Haarausfall führen.

Folgen der Alopecia areata

Schreitet kreisrunder Haarausfall fort, können die Haare auf dem gesamten Kopf und am Körper ausfallen. Das kann für die Betroffenen eine starke psychische Belastung darstellen, besonders dann, wenn keine Aussicht besteht, dass die Haare wieder nachwachsen. Die Betroffenen leiden unter mangelndem Selbstwertgefühl. Es kann zu einer sozialen Isolation oder zu Depressionen kommen.

Da kreisrunder Haarausfall mit einer anderen Erkrankung einhergehen kann, ist eine Verschlimmerung der Krankheit möglich. Die Symptome von Hashimoto, Morbus Basedow, Neurodermitis oder allergischem Asthma können sich im Verlauf verstärken. Damit das nicht soweit kommt, sollten Sie sich bei Anzeichen auf Alopecia areata in ärztliche Behandlung begeben.

Behandlungsmöglichkeiten und Therapie bei Alopecia areata

Anders als bei anderen Formen von Haarausfall kann bei kreisrundem Haarausfall die Ursache nicht oder nur schwer ermittelt werden. Eine Behandlung der Ursache ist daher nicht möglich. Kreisrunder Haarausfall kann auf verschiedene Weise behandelt werden.

Die Behandlungsmethoden zielen darauf ab, dass die Haare wieder nachwachsen. Sie können erfolgreich verlaufen, doch oftmals sind die Therapien erfolglos. Abhängig von der Behandlung kann das Haarwachstum nur lokal an den betroffenen Stellen oder systemisch am ganzen Körper angeregt werden.

Behandlung mit hautreizenden Stoffen:

Eine der ältesten Behandlungsmethoden für Alopecia areata ist die Behandlung mit hautreizenden Substanzen, die auf die kahlen Stellen aufgebracht werden. Aufgrund der dadurch entstehenden Hautirritation sollen die Haare wieder nachwachsen. Anthralin kann in einer Konzentration von 0,5 bis 1 Prozent auf die kahlen Stellen aufgetragen werden.

Nach einer kurzen Einwirkzeit sollte die Substanz wieder entfernt werden, da sich sonst die Haut verfärben kann. Zeigt sich nach drei Monaten kein Erfolg, sollte die Behandlung abgebrochen werden. In einzelnen Fällen kann der Haarwuchs mit Pfeffertinktur, Capsaicin als Scharfstoff aus Chili oder mit Chrysarobin gefördert werden.

Behandlung mit Minoxidil:

Minoxidil ist ein Wirkstoff, der ursprünglich gegen Bluthochdruck verwendet wurde. Dieser Wirkstoff eignet sich in Form einer Tinktur zur äußeren Anwendung bei erblich bedingtem Haarausfall. Minoxidil kann versuchsweise bei Alopecia areata angewendet werden. Eine niedrig dosierte Lösung mit Minoxidil kann mit einem mittelstarken Kortison-Präparat kombiniert und äußerlich beu Kindern angewendet werden.

Behandlung mit Kortison:

Kreisrunder Haarausfall kann mit Glukokortikoiden als Cremes oder Lösungen lokal behandelt werden. Diese Behandlung ist höchstens bei der Hälfte der Fälle erfolgreich. Wird das Medikament abgesetzt, können die Haare wieder ausfallen. Tritt kreisrunder Haarausfall nur in kleinen Herden auf, kann Kortison auch in die Stellen gespritzt werden.

Diese Behandlung sollte nicht im Schläfen- oder Scheitelbereich erfolgen. Kortison muss sorgfältig dosiert werden, da es sonst in die Blutbahn gelangen und schädliche Nebenwirkungen haben kann. Eine Behandlung mit Kortison in Form von Tabletten sollte nur bei schwerwiegenden Fällen von Alopecia areata erfolgen, da es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen kann.

Topische Immuntherapie:

Kreisrunder Haarausfall kann mit einer topischen Immuntherapie mit dem Wirkstoff Diphencypron erfolgen, wenn die kahlen Herde größer sind. Der Wirkstoff wird in einer hohen Konzentration auf die kahlen Stellen aufgetragen. Dort soll er eine Entzündung auslösen und das Abwehrsystem sensibilisieren.

In drei bis vier Wochen wird der Wirkstoff in einer niedrigeren Dosierung aufgetragen und soll eine allergische Reaktion auslösen. Die Behandlung erstreckt sich über mehrere Monate und sollte wöchentlich erfolgen. Bei 80 Prozent der Fälle kann die Behandlung erfolgreich sein. Die Haare wachsen zunächst pigmentlos nach.

In vielen Fällen bleiben sie weiß. Bei jedem zweiten Patienten fallen die Haare wieder aus. Das Risiko der Behandlung liegt darin, dass es zu überschießenden Ekzemen kommen kann.

Alternative Heilmethoden:

Kreisrunder Haarausfall kann mit alternativen Heilmethoden behandelt werden, doch sind diese Heilmethoden nicht wissenschaftlich belegt. Bei einigen Patienten sind sie erfolgreich. Für die Behandlung von Alopecia areata können homöopathische Mittel oder Schüßler Salze verwendet werden.

Haartransplantation als letztes Mittel

Besteht keine Aussicht mehr, dass die Haare wieder nachwachsen, und haben Sie bereits verschiedene Behandlungsmöglichkeiten erfolglos ausprobiert, können Sie an eine Haartransplantation denken. Aus dem Hinterkopf kann ein behaarter Hautstreifen entnommen und in Grafts zerlegt werden. Die Grafts können auch direkt aus der behaarten Kopfhaut ausgestanzt werden. Sie werden in die vorbereiteten kahlen Stellen eingesetzt.

Fazit: Kreisrunder Haarausfall als Krankheit mit unklaren Ursachen

Kreisrunder Haarausfall kann bereits bei Kindern auftreten. Erwachsene können in allen Altersgruppen von der Krankheit betroffen sein. Die Haare fallen in scharf begrenzten Arealen aus. Die Ursachen der Alopecia aregata sind noch weitgehend ungeklärt. Vermutet wird eine Immunschwäche. Mit verschiedenen Behandlungsmethoden können die Haare wieder nachwachsen.


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