• Erblich bedingter Haarausfall

Erblich bedingter Haarausfall

Erblich bedingter Haarausfall betrifft Männer und Frauen, doch äußert er sich bei Männern und Frauen auf unterschiedliche Weise. Ursache der androgenetischen Alopezie, wie diese Form des Haarausfalls auch genannt wird, ist eine erhöhte Produktion des männlichen Hormons Testosteron, auf dessen Abbauprodukte die Haarfollikel empfindlich reagieren. Mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und einem Haarwuchsmittel kann der erblich bedingte Haarausfall verzögert werden.

Erblich bedingter Haarausfall – was ist das?

Männer und Frauen, die unter einer androgenetischen Alopezie leiden, sind nicht krank, doch können die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten sein. Das allgemeine Wohlbefinden wird nicht beeinträchtigt, da die Organe einwandfrei funktionieren können und ein Leben völlig ohne Einschränkungen möglich ist.

Neben erblichen Faktoren kann erblich bedingter Haarausfall durch eine einseitige und ungesunde Ernährung, eine insgesamt ungesunde Lebensweise und durch Stress begünstigt werden. Die Ausprägung der androgenetischen Alopezie zeigt sich bei Männern und Frauen auf unterschiedliche Weise.

Auch wenn es sich dabei nicht um eine Erkrankung handelt, kann die Lebensqualität stark eingeschränkt sein, da Glatze, Geheimratsecken oder dünnes, lichtes Haar, durch das die Kopfhaut sichtbar wird, stark am Selbstbewusstsein kratzen können. Leiden Sie darunter, sollten Sie einen Hautarzt konsultieren und untersuchen lassen, ob bei Ihnen ein erblich bedingter Haarausfall vorliegt.

Symptome einer androgenetischen Alopezie

Ein gesunder Mensch verliert täglich etwa 70 bis 100 Haare. Verlieren Sie mehr als 100 Haare am Tag, muss bei Ihnen noch kein erblich bedingter Haarausfall vorliegen. Die Haare fallen abhängig von der Jahreszeit und von der körperlichen Verfassung unterschiedlich stark aus. Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn Ihnen täglich deutlich mehr als 100 Haare ausfallen oder wenn Sie die Haare büschelweise verlieren.

Bei Männern und Frauen machen sich die Symptome der androgenetischen Alopezie unterschiedlich bemerkbar. Schon in der Pubertät können sich bei Jungen die ersten Anzeichen zeigen. Oft macht sich jedoch eine androgenetische Alopezie im Alter um die 30 erstmals bemerkbar. Der Haarzyklus verkürzt sich, was sich an einer verkürzten Wachstumsphase der Haare zeigt. Die Haare werden immer kürzer, schwächer und dünner.

Schließlich fallen sie aus, da die Haarfollikel absterben. An den Stellen, an denen die Haare ausgefallen sind, bilden sich sehr feine Wollhaare, die schließlich auch noch ausfallen, ohne dass neue Haare nachwachsen.

Symptome der androgenetischen Alopezie beim Männern

Der erblich bedingte Haarausfall bei Männern ist deutlich an Geheimratsecken, einem zurückweichenden Haaransatz oder einer Glatze erkennbar. Die kahlen Stellen werden im Laufe der Zeit immer größer, bis sich am Hinterkopf nur noch ein kleiner Kranz befindet, der bei vielen Betroffenen letztendlich auch noch ausfällt.

Waren solche Anzeichen bereits bei Ihrem Vater, Großvater oder Onkel zu beobachten, liegt bei Ihnen sehr wahrscheinlich ein erblich bedingter Haarausfall vor. Etwa 70 Prozent der Männer leiden unter einer androgenetischen Alopezie.

Mit zunehmendem Lebensalter steigt bei Männern die Wahrscheinlichkeit, dass ein erblich bedingter Haarausfall eintritt. Männer, die an einer androgenetischen Alopezie leiden, weisen häufig einen stärkeren Bartwuchs auf.

Symptome einer androgenetischen Alopezie bei Frauen

Erblich bedingter Haarausfall betrifft etwa jede fünfte Frau. Zumeist macht sich dieser Haarausfall erst ab den Wechseljahren bemerkbar. Der Haarausfall schreitet bei Frauen oft nur langsam fort und tritt schubweise auf. Die Haare um den Mittelscheitel werden dünner. Oft wird auch das gesamte Kopfhaar lichter und dünner.

Im Laufe der Zeit wird die Kopfhaut sichtbar. Schreitet ein erblich bedingter Haarausfall bei Frauen weiter fort, befinden sich nur noch wenige Haare auf dem Kopf. Glatze, Geheimratsecken oder ein zurückweichender Haaransatz zeigen sich bei Frauen nicht. Ein erblich bedingter Haarausfall bei Frauen kann leicht mit einem diffusen Haarausfall verwechselt werden.

Der Arzt kann feststellen, um welche Form des Haarausfalls es sich bei Ihnen handelt. Ein Symptom einer androgenetischen Alopezie bei Frauen kann ein männliches Bild der Körperbehaarung sein. An den Beinen, Armen und im Gesicht zeigt sich eine stärkere Behaarung.

Diagnose einer androgenetischen Alopezie

Um festzustellen, ob ein erblich bedingter Haarausfall bei Ihnen vorliegt, sollten Sie zum Hautarzt gehen. Der Hautarzt erkennt bei Männern oft schon durch Sichtdiagnose, ob es sich um eine androgenetische Alopezie handelt. Bei Frauen muss der Arzt einen diffusen Haarausfall ausschließen. Er wird Sie befragen, ob ein Haarausfall in der Familie gehäuft aufgetreten ist.

Auch anhand des Alters kann der Arzt Rückschlüsse auf die Art des Haarausfalls ziehen. Er befragt Sie auch zu Ihren Lebensgewohnheiten und -umständen. Im Anamnese-Gespräch müssen Sie auch Angaben über eventuell bestehende Krankheiten und über die Einnahme von Medikamenten machen. Um schließlich die Art des Haarausfalls zu diagnostizieren, nimmt der Arzt verschiedene Untersuchungen vor:

  • Blutuntersuchung zur Kontrolle des Hormonspiegels und der Versorgung der Haare mit Nährstoffen
  • Haarprobe zur Kontrolle der Beschaffenheit von Haaren und Haarwurzeln
  • Untersuchung der Kopfhaut.

 

Mit den Untersuchungen kann der Arzt andere Ursachen für einen Haarausfall ausschließen. Erst dann, wenn der Arzt die Ursache und die Art des Haarausfalls aufgedeckt hat, kann er die entsprechende Behandlung einleiten.

Ursachen von erblich bedingtem Haarausfall

Wie der Name sagt, ist ein erblich bedingter Haarausfall genetisch bedingt. Treten diese Formen des Haarausfalls in Ihrer Familie verstärkt auf, müssen Sie damit rechnen, dass auch Sie früher oder später unter einem solchen Haarausfall leiden. Die Haarfollikel werden aufgrund einer genetischen Veranlagung empfindlich gegen Androgene, bei denen es sich um männliche Sexualhormone handelt.

Solche Botenstoffe werden auch von Frauen produziert. Das bekannteste männliche Sexualhormon ist Testosteron. Als Abbauprodukt von Testosteron entsteht Dihydrotestosteron, auf das die Haarfollikel empfindlich reagieren, bis sie schließlich absterben. Ein erblich bedingter Haarausfall kann durch eine ungesunde, unausgewogene Ernährung, einen hohen Alkoholkonsum, Rauchen oder Stress begünstigt werden.

Folgen der Erkrankung

Ein erblich bedingter Haarausfall ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne. Schreitet er weiter fort, kann sich bei Männern eine Vollglatze bilden. Bei Frauen werden die Haare immer weniger, sodass immer mehr Kopfhaut sichtbar wird.

Nicht zu vergessen ist die psychische Belastung bei einer androgenetischen Alopezie. Die Betroffenen leiden häufig darunter, was zu mangelndem Selbstwertgefühl, sozialem Rückzug und sogar zu Depressionen führen kann. Bei Frauen kommt häufig hinzu, dass sie unter der verstärkten Körperbehaarung leiden. Damit es bei Ihnen nicht soweit kommt, sollten Sie, wenn Sie die ersten Anzeichen bemerken, einen Arzt aufsuchen.

Behandlungsmöglichkeiten und Therapie

Sind bereits kahle Stellen aufgrund der androgenetischen Alopezie entstanden oder hat sich Ihr Haar gelichtet, können die kahlen Stellen nicht wieder aufgefüllt werden. Hier hilft nur noch eine Haartransplantation. Allerdings kann ein erblich bedingter Haarausfall mit der richtigen Behandlung verzögert oder die Ausprägung abgeschwächt werden. Eine Vorbeugung ist nicht möglich. Bemerken Sie die ersten Anzeichen, sollten Sie einen Arzt konsultieren und die Ursache aufdecken lassen.

Bei Männern kann eine Behandlung mit Finasterid helfen, das auch bei einer vergrößerten Prostata angewendet wird. Für die Behandlung einer androgenetischen Alopezie wird Finasterid in abgeschwächter Form angewendet. Finasterid reduziert die Bildung von Dihydrotestosteron. Als Nebenwirkungen können jedoch Erektionsstörungen und Depressionen auftreten.

Im Gegensatz dazu ist Thiocyanat für Männer und Frauen geeignet und hat keine Nebenwirkungen. Ein weiteres Mittel gegen eine androgenetische Alopezie ist Minoxidil, das ursprünglich zur Behandlung von Bluthochdruck entwickelt wurde.

Es verbessert die Durchblutung der Kopfhaut und kann dem Haarausfall entgegenwirken. Die Mittel zur Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall können als Medikamente zur oralen Einnahme verabreicht oder als Tinkturen auf die Kopfhaut aufgetragen werden.

Was Sie selbst tun können

Ein erblich bedingter Haarausfall kann mit einer sanften Pflege und einer gesunden Lebensweise verzögert werden. Sie sollten Ihr Haar nicht überpflegen, indem Sie zu viele Pflegeprodukte verwenden. Starke mechanische Belastungen wie häufiges Kämmen oder heißes Föhnen sollten Sie vermeiden. Weiterhin kommt es auf eine gesunde Ernährung an. Eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung und die Einschränkung des Konsums von Alkohol und Zucker können einen erblich bedingten Haarausfall verzögern.

Haartransplantation als letzter Ausweg

Leiden Sie unter den Folgen der androgenetischen Alopezie, kann eine Haartransplantation in Frage kommen. Dafür muss noch genügend Eigenhaar vorhanden sein. Die Haartransplantation kann mit Follicular Unit Transplantation (FUT) oder Follicular Unit Extraction (FUE) erfolgen. Bei FUT wird ein Streifen der behaarten Kopfhaut aus dem Hinterkopf entnommen und in Grafts zerlegt. Diese Grafts werden in die kahlen Stellen eingesetzt. Bei FUE werden Grafts aus ein bis fünf Haarwurzeln entnommen und in die kahlen Stellen transplantiert. Beide Methoden werden in örtlicher Betäubung ausgeführt.

Fazit: Erblich bedingter Haarausfall kann Männer und Frauen treffen

Ein erblich bedingter Haarausfall tritt vorrangig bei Männern auf, doch können auch Frauen betroffen sein. Dieser Haarausfall macht sich bei Männern und Frauen auf unterschiedliche Weise bemerkbar. Die Ursachen sind erblich bedingt und sind vorrangig in einer verstärkten Produktion von männlichen Sexualhormonen begründet.

Eine ungesunde Ernährung und ein starker Alkoholkonsum können den Haarausfall begünstigen. Der Hautarzt klärt auf, ob bei Ihnen ein erblich bedingter Haarausfall vorliegt. Mit Haarwuchsmitteln können die Ausprägungen der androgenetischen Alopezie abgeschwächt werden.


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